Kristmundur Wargon

 

an seiner Seite getreu sein Weib

 

Hanne vom Liesbyhl

 

zu Helgenstett 

 

 

 

aus den Skalden

 

 

Wir schreiben das Jahr 980 n. Ch.

Das Römische Reich hat längst der Wind der Geschichte unter sich begraben und selbst das Frankenreich zerfiel. Die Sächsischen Ottonen machten das Gebiet an der unteren Unstrut zwischen Naumburg und Sangerhausen zu einem Zentrum des Heiligen Römischen Reiches im 10. Jahrhundert. Noch regierte Otto II. das Römisch-Deutsche Reich. Nach ihm sollte es sein Sohn Otto III. führen. Seine Mutter war Theophanu, Nichte des Byzantinischen Kaisers Johannes I. Tzimiskes. Im Jahr 983 wurde Otto III. König und drei Jahre später zum Kaiser gekrönt.

 

In dieser Zeit zog ich von Miklagard über das Mittelländisches Meer, durch die weiten Ebenen des Reiches der Kiptschak, durch das nördliche Langbardaland, weiter nach Norden zum Land meiner Ahnen. Unterwegs sah ich viele Klöster auf meiner Reise, so auch zwischen Unstrut und Werra. Im Eichsfelder Land, wo fromme Bürger, Mönche und heilige Schwestern ein friedliches Miteinander führten, machte ich Rast.

 

Da sah ich sie - Hanne ein Weib, welches bei den Schwestern eines Zisterzienserklosters aufwuchs und Feldarbeit verrichtete. Ich fragte, warum sie nicht in der Gewandung der Schwestern sei und sie so schwer arbeiten musste. Sie erzählte mir, dass sie die Tochter eines Bauern und einer bescheidenen Amme sei und aus Geldnot an dieses Kloster gegeben ward. Sie sei keine Novizin, da sie nicht von den Schwestern dazu auserkoren wurde. Ich wollte mehr darüber erfahren und verweilte an diesem Ort.

Es war ein Geschick die Schwestern des Klosters, in welch Hanne ihren Frohndienst leistete, zu überzeugen, dass dieses Mädchen eine feste Hand und eine gute Führung braucht. Sie verlangten einen hohen Preis in Silber, welchen ich zahlte um Hanne aus dem Kloster auszulösen. Wir brachen nach Norden auf. Unterwegs verkürzten wir unsere Zeit mit unseren Lebensgeschichten. Irgendwann kamen wir in Hammaburg an. Die Siedlung schien mir größer, anders als ich sie vor Jahren mit meinem Freund Lars Ulfgardson in Erinnerung hatte als wir auf der Elbe waren. Nun ja, die Zeit verging.

 

Ein guter Freund empfing uns in allen Ehren. Wir fuhren mit einem Teinsaeringr, einem Boot mit fünf Riemen-paaren und einem Steuermann nach Gotland. Visby war unser Ziel! Dort gab uns der Älteste einer altangesessenen und ehrbaren Familiensippe den Segen und die Wünsche der Götter.

Seither waren wir gebunden und vor Freya unzertrennlich. Von Visby  reisten wir  in das Land in dem sie geboren ward, um ihre Eltern zu finden.

 

Die Reise ging zurück nach Helgenstett, in ihre Heimat. Wir begegneten gute Freunde, Söldner und andere verwegenen Leut.

 

Auf dieser Fahrt hörten wir von einem Söldner, dass er einen Mann namens Thylo von Muhlhusen kenne. Er soll von reichen Kaufleuten der Stadt verleumdete worden sein. Man trieb böses Spiel mit ihm, so dass er aus der Stadt floh und nach Söldnern suchte, um Vergeltung zu nehmen für die Schmach. Ihm bot ich meine Dienste an, ohne Sold, für eine gerechte Sache wollt ich kämpfen.

 

Bei Freunden fanden wir Unterschlupf und zogen ein Jahr von Ort zu Ort. Es war Ernting im Jahr 1009, da vollzog Herr Tyhlo, Ritter seines Standes an sechs Getreuen seines Haufens, am Kloster zu Ichtershausen bei Arnstadt, den Ritterschlag. Auch mir wurde diese Ehre zuteil. Stolz und mit Achtung nahm ich diese Aufgabe wahr.

 

Aber Intrigen, Lügen und falsches Spiel lösten die Bande und wir gaben Thylo zu verstehen, dass es nicht im Sinne der Ehre, Loyalität und der Gerechtigkeit sei. Wir beendeten unseren Dienst bei ihm und baten um Freigabe aus der Ritterschaft.

 

Seitdem reisen wir allein durch die Landen und treffen Freunde, Spielleute, Händler und manch tapferen Kämpen auf unseren Wegen…

 

Es begab sich zu Zeit des Samhain des Jahres 1010, das Fest zur Ehrung unserer toten Ahnen.

In einer Nachbarsiedlung trafen wir einen Wirt, bei dem wir Rat machten.

Sein Name ist Benedict von Lindenau und sein Weib Cora zu Coserow, beide von niederem Stand der Bürgerlichen, jedoch treue Anhänger des Christengottes.

 

Im darauf folgenden Jahr in der Zeit zu Ostara berieten wir unsere Reisen durch die Lande der Thuringia und der im mittleren Teil des Herzogtümer Frankia Occibentalis und Frankia Orientalis.

 

 

 

 

 

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